Cannabis auf Schadstoffe prüfen: Testpanel, Laborwahl und Akkreditierung einordnen
Warum ein Cannabinoidprofil kein Schadstofftest ist und wie Sie Testumfang, Matrix und Akkreditierungsbereich eines Labors prüfen.
Eine Zusammensetzungsanalyse ist kein Schadstoffscreening
THC- und CBD-Werte beschreiben ausgewählte Inhaltsstoffe. Sie schliessen Pestizide, Metalle, Mikroorganismen, Mykotoxine oder Restlösemittel nicht aus. Diese Kategorien benötigen eigene Untersuchungen und eine konkrete Analytenliste. Auch innerhalb einer Kategorie ist die Aussage begrenzt: Ein getestetes Pestizidpanel erfasst nicht automatisch jeden denkbaren Wirkstoff. Health Canada beschreibt unterschiedliche analytische Aufgaben für Cannabinoide und weitere Kontaminationsfragen. Hier dient dieser ausländische Fachkontext der Erklärung, nicht als Schweizer Pflichtenkatalog.
Das Panel am Produkt ausrichten
Fragen Sie zuerst nach Produktform und beabsichtigtem Verwendungszweck. Eine Blüte, ein Extrakt und ein Lebensmittel sind nicht austauschbar. Halten Sie fest, welche Stoffe tatsächlich gesucht werden, welche Grenzen gelten sollen und ob das Verfahren für die Matrix geeignet ist. Die Auswahl kann aus den Risiken von Herstellung, Rohmaterial und Verarbeitung begründet werden. Dieses Vorgehen ist eine praktische Entscheidungsstruktur und keine Ferndiagnose möglicher Belastungen. Ein freiwillig gewählter breiter Test ist zudem kein Ersatz für eine produktspezifische rechtliche Beurteilung.
Akkreditierung ist präzise zu prüfen
ISO/IEC 17025 betrifft die Kompetenz, Unparteilichkeit und konsistente Arbeitsweise von Prüf- und Kalibrierlaboratorien. In der Schweiz ist die SAS die nationale Akkreditierungsstelle. Die Anerkennung bezieht sich auf einen bestimmten Bereich. Prüfen Sie deshalb die bezeichnete Prüfstelle, den aktuellen Geltungsbereich und die betreffende Methode oder Matrix, statt nur ein Logo zu suchen. Ein Managementsystem-Zertifikat ist nicht dasselbe wie ein Nachweis analytischer Kompetenz für einen konkreten Test. CannabisLabor.ch behauptet keine eigene Akkreditierung.
Schweizer Produktkategorien getrennt behandeln
Bei Lebensmitteln aus Hanf oder mit Cannabinoiden beschreibt das BLV eigenständige Anforderungen an die Einordnung. Ein analytischer Zahlenwert allein beantwortet eine solche Produktfrage nicht. Ebenso sind die vom BAG beschriebenen Pilotversuche örtlich und zeitlich begrenzte Forschung unter eigenen Bedingungen. Eine Untersuchung im Projektkontext ist kein allgemein verfügbares Analyseangebot. Aus einer kantonalen Behörde oder einem Forschungsprojekt auf einer regionalen Seite folgt weder eine Partnerschaft mit dieser Plattform noch eine Annahme privater Proben.
Eine belastbare Laborauswahl vorbereiten
Bitten Sie um ein Muster des Berichtaufbaus, eine genaue Leistungsbeschreibung und die verfügbaren Nachweise. Klären Sie Probenahme, Annahmebedingungen, Untervergabe und die Interpretation von Ergebnissen unterhalb der Bestimmungsgrenze. Wenn ein Befund eine Entscheidung auslösen soll, muss auch geklärt sein, wer die fachliche Bewertung übernimmt. Niedrige Werte sind nicht mit einer uneingeschränkten Sicherheitsgarantie gleichzusetzen. Aktuell sind auf CannabisLabor.ch weder Analyseanfragen noch Einsendungen möglich; der Vorbereitungsdialog informiert darüber ohne eine Leistung zu versprechen.
| Frage | Zu klärender Prüfumfang | Nicht automatisch belegt |
|---|---|---|
| Welche Cannabinoide? | Benannte Einzelstoffe und Methode | Schadstofffreiheit |
| Welche Rückstände? | Konkrete Pestizid- oder Metallliste | Alle denkbaren Kontaminanten |
| Welche Keime? | Vereinbarte mikrobiologische Parameter | Uneingeschränkte Sicherheit |
Für Ihre Fragestellung vor Ort
- Getestete Parameter statt pauschal «schadstofffrei» verlangen.
- Matrix und Eignung der konkreten Methode prüfen.
- Akkreditierungsstelle und gültigen Geltungsbereich nachvollziehen.
- Probenahme, Untervergabe und Ergebnisbewertung klären.
- Forschung, amtliche Kontrolle und private Analytik auseinanderhalten.
